FAQ – warum sollte ich gegen ein DOC sein?

Ist es vollkommen ausgeschlossen, dass ein DOC die City positiv beeinflussen könnte?

Vollkommen ausgeschlossen ist das nicht. Aber es ist doch sehr unwahrscheinlich.

Schon jetzt haben viele Einzelhändler Investitionen vermieden, da in Duisburg seit 19 Jahren der Bau großer Einkaufszentren angekündigt wird, zuerst das Multi-Casa, dann das Factory Outlet Center, nun das DOC. Nicht nur der Online-Handel ist schuld am Leerstand in der Innenstadt. Vor allem ist es die Planungsunsicherheit, die nicht nur Investitionen, sondern auch Neuansiedlungen stetig verhindert hat und immer noch tut. Das sind Tatsachen und Erfahrungswerte des hiesigen Einzelhandelsverbandes. Ist das Center erst einmal beschlossene Sache, wird es mit der Innenstadtentwicklung völlig dahin sein. Keiner setzt Fuß auf ein sinkendes Schiff. Denn bereits jetzt haben viele ihren Rückzug angekündigt, sollte ein DOC kommen.

Ein anderer Punkt ist, dass die Waren, die im DOC verkauft werden sollen, das Sortiment in der Innenstadt nicht ergänzen, sondern sich mit ihm überschneiden. Angeboten werden nicht, wie von Stadt, Projektentwickler oder Betreibern beworben, fehlerhafte Waren, Überproduktionen und ähnliches, sondern extra für das Outlet Center produzierte Waren minderer Qualität. Dadurch können diese wesentlich billiger angeboten und die Händler in der Innenstadt um ein Vielfaches unterboten werden.

Zudem kann davon ausgegangen werden, dass nach einem ausgiebigen Aufenthalt im DOC mit über 170 Geschäften und Gastronomie kein Bedarf mehr besteht, die Duisburger Innenstadt aufzusuchen. Zumal diese 1,5 km entfernt liegt.

Mehr zu diesem Punkt gibt es im Beitrag „Vom DOC in die City: Wie weit ist zu weit?“.

 

Wird nicht mehr Geld in Duisburg umgesetzt, da auch „Shopoholics“ von außerhalb kommen?

Ja, Menschen kommen von außerhalb und lassen ihr Geld im DOC. Jedoch hat die Stadt Duisburg da finanziell nichts von. Die Läden in einem DOC zahlen ihre Steuern nämlich nicht in Duisburg, sondern in den Städten, in denen sich ihr Verwaltungssitz befindet, und der ist in den meisten Fällen sogar nicht mal in Deutschland. Noch dazu verliert die Stadt Geld, wenn inhabergeführte Geschäfte und Restaurants, die ihre Gewerbesteuer in Duisburg zahlen, aufgrund eines übermächtigen Konkurrenten schließen müssen.

 

Woher weiß ich, ob Arbeitsplätze geschaffen oder abgebaut werden?

Zum Thema Arbeitsplätze ist zu sagen, dass Design-Outlet-Center meistens mehr Arbeitsplätze vernichten als sie schaffen. Auf einer größeren Fläche kann mit weniger Mitarbeitern mehr Umsatz erzielt werden. Gleichzeitig werden Arbeitsplätze vernichtet, weil die Läden in der Innenstadt schließen. Eine vernünftige und nachhaltige Entwicklung der Innenstadt, wäre auch in diesem Fall sinnvoller, da bestehende Arbeitsplätze auch bestehen bleiben und neue geschaffen werden. Carsten Diekmann schreibt in „Auswirkungen von Factory-Outlet-Center auf den Einzelhandel“ von 2004: „Neben der Auswirkung auf den Handel ist der Effekt auf den Arbeitsmarkt umstritten. Dies gilt vor allem unter der Prämisse, daß es durch die Ansiedlung nicht zu einem Umsatzuwachs, sondern zu einer Umsatzverlagerung kommt. Es wird darauf hingewiesen, daß es sich ähnlich wie in Shopping Centern bei Factory-Outlet-Center um eine personalextensive Betriebsform handelt. Ihr wird unterstellt, daß sie Arbeitsplätze im Verhältnis eins zu drei vernichtet. Das heißt, daß auf einen Arbeitsplatz im Factory-Outlet-Center drei Arbeitsplatzverluste im bestehenden Handel kommen. (vgl. auch HBV 1997, S.9). Zusätzlich kommt es zu einer Abwertung der Arbeitsplätze von ausgebildeten Vollzeitkräften mit langfristigen Arbeitsverträgen zu kurzfristig angestellten, nicht ausgebildeten Teilzeitkräften.“

 

Wird der Verkehr nicht gänzlich zum Erliegen kommen, da die A59 schon heute oft völlig überlastet ist?

Im Jahr 1999 hat das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau Grundlagenuntersuchung in Auftrag gegeben. (Raumordnerische und Städtebauliche Auswirkungen von Factory Outlet Centern von Joachim Will & Paul-Heinz Vogels, 1999). In dieser wird davon ausgegangen, dass ca. 100 PKW je Quadratmeter Verkaufsfläche und Jahr ein Outlet Center ansteuern würden. Für ein 30.000 Quadratmeter großes Center, wie es in Duisburg entstehen soll, würden das 15.000 bis 16.500 Autos mehr an einem Samstag bedeuten. Auch heißt es, dass an sogenannten Brückentagen die Belastung sich noch verstärken werde. Für das Factory-Outlet-Center, das in Hamborn entstehen sollte, prognostizierte ein Verkehrsgutachten 12.000 Autos mehr an einem Samstag und 7.000 Autos mehr unter der Woche. Dabei ist anzumerken, dass für das FOC in Hamborn „nur“ 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche vorgesehen war.

4 Kommentare

  1. Dipl.Ing. Bodo Arnim Mörbitz ,Architekt AKNW 10. April 2017 um 14:36

    Duisburg hat genug billige Waren .Die armen Bewohner sind gut versorgt. Es fehlen Wohnungen für Menschen mit gutem Einkommen weil die Befriedigung der Bedürfnisse dieser Gruppe letzlich zur Aufwertung der Innenstadt führt. Gesucht wird die architektonisch intelligent konzeptierte Bebauung. Trotz der Belastung aus dem Verkehr ist die Entwicklung eines Wohnkonzeptes mit höherem Komfort nicht ausgeschlossen.

  2. Wo gibt es in Meiderich Geschäften ausgelegte Unterschriftenlisten ?

    • Hallo Herr Schäfer,

      in welchen Geschäften Unterschriftenlisten liegen ist uns zu diesem Zeitpunkt leider nicht bekannt, da sich bis jetzt noch kein Meidericher Einzelhändler bei uns als Auslagestelle gemeldet hat.
      Der Einzelhandelsverband ist jedoch dabei, die Listen in den Stadtteilzentren zu verteilen. Sobald wir Rückmeldungen über neue Auslagestellen erhalten, werden wir unsere Liste aktualisieren.

  3. Ist den Gegnern eigentlich bewusst, dass sie durch ihre Ablehnung bzw. Verhinderung des
    Outlet-Centers erreichen, dass dieses Projekt dann in einer Nachbarstadt errichtet wird?
    Die Leute fahren dahin, wo das Angebot am größten ist. Damit wird Duisburg noch weniger
    Kunden haben. Jeder Besucher, der nicht nach Duisburg kommt, kann auch nicht die
    Innenstadt beleben. Wenn man dann noch für kleines Geld den ganzen Tag das Auto
    parken könnte, würden auch die Geschäfte im Zentrum davon profitieren.

    Waren sie schon mal in Roermond? Wird man im Outlet-Center nicht fündig, weil nicht
    das gesuchte Produkt, die richtige Größe oder nur dritte Wahl im Angebot ist, begibt man
    sich in das gemütliche Stadtzentrum, das fußläufig zu erreichen ist. Man macht einen
    schönen Tagesausflug, weil sich die Fahrt ja lohnen muss. Leider kommt man dort nur
    mit dem Auto hin, während das Einkaufscenter in Duisburg mit dem Zug zu erreichen wäre.

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