IHK lehnt Factory Outlet Center in Duisburg ab

IHK lehnt Factory Outlet Center in Duisburg ab

Einkaufen ist das Hauptmotiv, warum Kunden die Innenstädte besuchen. Schließen Handelsbetriebe, so droht den gewachsenen Zentren Frequenzverlust und Verödung. Innenstädte übernehmen allerdings nicht nur eine Versorgungsfunktion. Sie sind auch Imageträger und wichtig für das Profil der Gesamtstadt.

Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg Wesel-Kleve setzt sich dafür ein, den Einzelhandel als Magnet für die Zentren zu unterstützen, um die Innenstädte und Stadtteilzentren zu stärken. Damit dies gelingt, müssen neben den Händlern selbst auch Immobilieneigentümer und die Städte mitwirken. Der Handel gerät derzeit von vielen Seiten unter Druck. Ein Grund dafür sind stadtentwicklungspolitische Entscheidungen bei der Ansiedlung von großen Handelsbetrieben außerhalb der Zentren. Sie ziehen Umsatz aus den Innenstädten ab. Als Beispiel hierfür nennt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger die Überlegungen für die Ansiedlung eines Factory Outlet Centers (FOC) auf der ehemaligen Güterbahnhofsfläche in Duisburg, wo das mit 175 Läden größte FOC Deutschlands entstehen soll. „Wir halten den Standort für völlig ungeeignet, da er aufgrund seiner isolierten Lage Kaufkraft aus der Duisburger City, aber auch aus den Nachbarinnenstädten wie Moers oder Dinslaken abziehen wird und diese schädigen könnte“, erklärt Dietzfelbinger die Position der IHK.

Onlinehandel und stationären Handel verknüpfen

Eine weitere Herausforderung: der Onlinehandel. Die zunehmende Orientierung der Kunden zum Onlineshopping verlagert die Kaufkraft von der City ins Netz. Die Folge: Stationäre Händler klagen über Frequenzrückgänge und Umsatzeinbrüche. „Das Internet ist das digitale Schaufenster von heute“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Statt nur die Herausforderungen zu sehen, müsse der Handel die Chancen des World Wide Web für sich nutzen. Die IHK begrüßt daher Initiativen wie das Onlineangebot in Wesel oder die gerade im Aufbau befindliche Duisburg-App, mit denen Händler sich und ihr Warenangebot digital darstellen und auf Kundenfang gehen.

Rechtsicherheit für Sonntagsöffnungszeiten

Zusätzlich unter Druck geraten die Händler durch gesetzliche Vorgaben und Vorschriften. Die für den Innenstadthandel so wichtigen verkaufsoffenen Sonntage führen derzeit zu Sorgenfalten auf vielen Händlerstirnen. In vielen Städten wurden bereits genehmigte verkaufsoffene Sonntage von den Gerichten gekippt. „Wir setzen uns deshalb für eine Gesetzesänderung auf Landesebene ein, die die Durchführung von verkaufsoffenen Sonntagen erleichtert“, so Dietzfelbinger.

 

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