Chronik der Stadtentwicklung: Das alte Güterbahnhofsgelände „Duisburger Freiheit“

Chronik der Stadtentwicklung: Das alte Güterbahnhofsgelände „Duisburger Freiheit“

Das ist die Fläche: Zwischen A 59 (westlich) und der Bahnstrecke Duisburg-Düsseldorf (östlich), südlich des Hauptbahnhofes bis zum Sternbuschweg, 1.600 m lang und bis zu 275 m breit: rund 35 Hektar (350.000 m²) Nach Aufgabe der Nutzung dieser Fläche durch die Bundesbahn (Betrieb des Güterbahnhofs) wurde die Vermarktung der Bahn Immobilientochter Aurelis übertragen.

2001:

Die damalige Stadtspitze zaubert auf der Immobilienmesse in Cannes die Pläne für MultiCasa aus dem Hut. Auf 180.000 m² soll eine neue Einkaufswelt entstehen. Der ursprüngliche Investor ECE/Triceck Hahn zieht sich kurz danach wieder zurück. Trotzdem hält die Stadtspitz an den Plänen fest, gegen einen breiten politischen Widerstand.

2005:

Die Ratsmehrheit (CDU/Grüne) kippt die MultiCasa-Pläne. Sir Norman Foster wird mit der Zukunftsplanung des Geländes beauftragt und entwickelt seine Vision für die Stadt Duisburg: „The Transformation of Duisburg“. Mit dem Masterplan wird das Markenzeichen „Duisburger Freiheit“ entwickelt.

06.10.2008:

In einem „Letter of Intent“ zwischen der Stadt Duisburg und der aurelis Asset GmbH werden die Entwicklungsperspektiven beschrieben. Auf der Grundlage des Masterplanes Innenstadt soll südlich der Koloniestraße ein Dienstleistungsstandort inkl. Komplementärnutzungen wie Hotel, Gastronomie, hochwertigem Lebensmitteleinzelhandel zur Versorgung des Quartiers realisiert werden. Eine städtebauliche Verträglichkeit von Wohnnutzung soll geprüft werden.

02.06.2009:

Der Rat der Stadt beschließt, dass die städtebauliche Rahmenplanung des Büros Foster den Rahmen für die weitere Entwicklung des ehemaligen Güterbahnhofgeländes setzt.

17.06.2010:

Der Öffentlichkeit wird bekannt, dass die aurelis asset GmbH die Güterbahnhofsfläche südlich der Koloniestraße (ca. 30 Hektar) an die Fa. Krieger Grundstück GmbH verkauft hat. Krieger plant hier ein Möbelhaus und Büronutzung.

05.07.2010:

Der Stadtrat beschließt, das Vorkaufsrecht für eine Teilfläche des Güterbahnhofgeländes südlich der Karl-Lehr-Str. nicht auszuüben.

2015:

Kurt Krieger teilt öffentlich mit, dass er kein Möbelhaus in Duisburg bauen wird. Da er bereits mehrere Möbelhäuser in der Region plant, will er sich selbst keine Konkurrenz machen.

2016:

Nachdem die Stadt endgültig die Pläne für ein Factory Outlet Center in Duisburg-Hamborn beendet hat, wird bekannt, dass Kurt Krieger die Errichtung eines „Designer Outlet Center“ (DOC) auf dem alten Güterbahnhofgelände beabsichtigt.

01.02.2017:

Die Ratsmehrheit der „großen Koalition“ (SPD und CDU) fassen einen Grundsatzbeschluss zur Realisierung eines DOC. Der Rat befürwortet das Vorhaben der Fa. Krieger Grundstück GmbH, auf dem Güterbahnhofsgelände ein DOC zu verwirklichen. Er beauftragt die Verwaltung, die erforderlichen Verfahrensschritte einzuleiten und das Vorhaben zu flankieren.

20.03.2017:

Die Initiative „JA ZU DUISBURG – KEIN DOC!“ stellt den Antrag auf Einleitung eines Bürgerbegehrens. Am 23.5.2017 werden mehr als 22.500 Unterschriften für das Bürgerbegehren „Für die Weiterentwicklung der Duisburger Innenstadt – Gegen die Realisierung eines DOC auf dem alten Güterbahnhofsgelände“ bei der Stadtverwaltung eingereicht.

03.07.2017:

Der Stadtrat erklärt das Bürgerbegehren für zulässig, lehnt aber eine Übernahme des Beschlussentwurfes ab. Am 24.09.2017 wird nun ein Bürgerentscheid mit folgender Fragestellung durchgeführt: „Stimmen Sie dafür, dass der Grundsatzbeschluss des Rates zur Realisierung eines Designer Outlet Center (DOC) auf der Fläche der Duisburger Freiheit Süd (DS 17-0025) vom 01.02.2017 aufgehoben werden soll und damit die Einleitung von Bauleitplanverfahren und sonstigen Verfahrensschritten für ein DOC auf dem Güterbahnhofsgelände südlich der Koloniestraße („Duisburger Freiheit Süd“) unterbleiben?

Wenn auch Sie gegen den Bau des Outletcenters sind, stimmen Sie am 24. September im Bürgerentscheid mit JA.

20 Gründe gegen das DOC

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