Was tun mit Leerstand? Street Food und Markthalle – Teil II

Was tun mit Leerstand? Street Food und Markthalle – Teil II

Unsere Ruhrgebietsnachbarstadt Bochum soll bald eine Markthalle bekommen, in der man bummeln, entspannen, essen und trinken kann. Das Vorbild für die Pläne: Die Torvehallerne in der Hauptstadt Dänemarks, Kopenhagen. Die Torvehallerne bezeichnet sich selbst als Speisekammer Dänemarks und ist ein offener Marktplatz mit Fokus auf Vielfalt, Geschmack und Qualität. Hier feiert man Respekt gegenüber Lebensmitteln und verschiedenen Essenskulturen, verweilt und genießt kulinarische Angebote oder kauft regionale Lebensmittel ein.

Zugegeben, bei der Torvehallerne handelt es sich um einen Neubau, allerdings ließe sich das Konzept auch auf bestehende Leerstände übertragen. Die Idee ist so einfach wie gut. Eine Markthalle, die frische Lebensmittel und Speisen anbietet. Ein Garant für viele Besucher und Touristen. Auch der Wochenmarkt in der Innenstadt könnte bei schlechtem Wetter in einer solchen Markthalle stattfinden. Stadtfeste und Events erhielten durch eine solche Location eine andere Aufenthaltsqualität, die zum Verweilen einlädt.

Torvehallerne als Vorbild auch für Duisburg?

 

Insbesondere für eine Stadt wie Duisburg, einem Ort verschiedener Kulturen und Essensgewohnheiten, wäre eine solche Foodhalle etwas Besonderes. Vorstellbar wäre die Umsetzung eines solchen Konzeptes beispielsweise im weitestgehend leerstehenden Averdunkzentrum oder dem ehemaligen Peek und Cloppenburg Kaufhaus in der Duisburger Altstadt. Die Umsetzung wäre auch auf der Königstraße und Kuhstraße selbst denkbar – bereits Sir Norman Foster bemerkte in seinem Masterplan für die Duisburger Innenstadt die außergewöhnliche Breite der Einkaufspassage Duisburgs und schlug vor, mehr Aufenthaltsqualität und eine Aufwertung des öffentlichen Raums zu schaffen.

Ähnlich wie die bereits bestehenden Glaspagoden auf der Kuhstraße ließe sich auf dem breiten Weg der Fußgängerzone eine Gastromeile im Markthallenstil errichten, die die Innenstadt beleben würde.

Gemischte Markthallen Konzepte, also Supermarkt und Gastroangebote in einem, befinden sich heute bereits in der näheren Umgebung, siehe Krefeld. Dort gibt es die Markthalle Krefeld. Ein Real Supermarkt mit Erlebnisfaktor. Hier kann man dem Bäcker und Fleischer im hippen Design-Supermarkt über die Schulter schauen und auch in gemütlicher Atmosphäre zu Abend essen oder einen Wein genießen.

Der Supermarkt Beej Benders in Venlo. Quelle: Privat

Nach diesem Konzept funktioniert auch der Supermarkt Beej Benders in unserer Nachbarstadt Venlo, der in einem leerstehenden Ladenlokal eröffnet hat. Mit eigenem Restaurant, Metzgerei, Bäckerei und Kaffeerösterei gibt es hier viel zum Probieren und Gucken.

In Bochum werde der Stadtrat in Kürze darüber entschieden, eine Immobilie für die Pläne der Markthalle anzukaufen, berichtet das Magazin Coolibri. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein ehemaliges Bürogebäude (früher Telekom), direkt gegenüber des Bochumer Rathauses. Man ginge davon aus, dass sich das Konzept innerhalb vier Jahre umsetzen ließe.1

Wir sind gespannt.

Los Duisburg, und jetzt du!

 

PS: Am 7. und 8. April findet die „Markthalle Duisburg“ in der Königsgalerie statt. Hierbei handelt es sich um ein Marktkonzept zu verschiedenen Mottos. Händler aus der Umgebung bieten ihre Waren an Vintage-Marktständen an und sorgen für eine authentische Marktkulisse in der Königsgalerie. Das Thema der ersten Veranstaltung ist „Klamotte, Klunker und Kosmetik“.

1 http://www.coolibri.de/redaktion/aktuelles/april-18/markthalle-bochum.html

 

Kommentar verfassen