Vor einem Jahr: Duisburger wenden Outletpläne ab

Vor einem Jahr: Duisburger wenden Outletpläne ab

Am 24. September 2018 jährt sich der Bürgerentscheid gegen die Outletpläne von Investor Kurt Krieger in Duisburg. Nach anderen gescheiterten Plänen wollte der Berliner Investor auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs am Hauptbahnhof ein „Designer-Outlet-Center“ (DOC) bauen. Das Gelände hatte er zuvor von der DB erworben, nach dem die Stadt Duisburg auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet hatte.

Die Mehrheit im Stadtrat von SPD und CDU sowie der Oberbürgermeister Sören Link wollten diese Pläne des privaten Investors ermöglichen und fassten zu Beginn des Jahres 2017 einen „Grundsatzbeschluss“ zur Realisierung eines DOC. Damit sollten alle bisherigen Planungen aufgehoben und neue Bauleitplanverfahren und sonstige Verfahrensschritte eingeleitet werden.

Dem stellte sich ein breites Bündnis entgegen – unter dem Motto „JA ZU DUISBURG – kein DOC“. Engagierte Duisburger Bürgerinnen und Bürger, politische Parteien und Ratsfraktionen (Die GRÜNEN, Die LINKE, FDP, BSL), der Einzelhandelsverband, die Gewerkschaft VERDI, der BUND und viele mehr gehörten der Initiative an.
Nach erfolgreichem Bürgerbegehren (Unterschriftensammlung) haben sich am 24. September 2017 mehr als 110.000 Abstimmungsberechtigte (und damit die Mehrheit) in einem Bürgerentscheid für die Aufhebung des Ratsbeschlusses und somit für den Stopp des DOC ausgesprochen.

Ziel der Initiative „JA ZU DUISBURG“ war es, massive negative Einflüsse von der Innenstadt abzuwenden, um eine Verödung der City zu vermeiden. Durch Planungssicherheit sollten Immobilienbesitzer, Einzelhändler und andere zu Investitionen in die Erneuerung und Attraktivierung der Innenstadt ermutigt werden. Duisburgerinnen und Duisburger wurden ermuntert, den öffentlichen Raum in der Innenstadt sozial und kulturell zu erobern und mitzugestalten. Auch heute, ein Jahr danach existiert die Seite jazuduisburg.de noch und informiert zum Stadtentwicklungsgeschehen,

Lars Hoffmann, Inhaber vom CityElectronicer in der Duisburger Altstadt, sagt ein Jahr nach dem Entscheid: „Ich freue mich – auch als Vorsitzender des Handelsverbands Duisburg Niederrhein – vor allem über die Entwicklung der Altstadt. Außerdem zeigt das Interesse und Invest internationaler Firmen wie z.B. Zara, dass die Duisburger Innenstadt großes Potenzial hat. Auch das Wallquartier als alternative Shopping- und Kulturszene erlebt seit dem Bürgerentscheid Aufwind.“

Frank Oberpichler, der seinerseits die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kampagne des Zusammenschlusses von „Ja zu Duisburg – kein DOC“ leitete, sagt: „Es war die richtige Entscheidung, einen Bürgerentscheid zu initiieren. Dank der Bürgerabstimmung haben wir gezeigt, dass die Mehrheit nicht mit den Plänen für ein DOC einverstanden war. Wir sind auf einem guten Weg, die Stadtmitte und bestehende Strukturen von innen heraus zu stärken.“

„Es war eine knappe Entscheidung, die aber um so mehr wiegt, da  sie gegen die Mehrheitsparteien im Rathaus, SPD und CDU, und den OB getroffen wurde. Das, obwohl am gleichen Tag  OB Link wiedergewählt wurde. Ein Zeichen für mehr und direkte Demokratie“, erinnert sich Gerd Schwemm, Mitinitiator und Grüner Fraktionsgeschäftsführer. „Um die Innenstadtentwicklung zu stärken, brauchen wir eine verbindliche Planung für das alte Güterbahnhofsgelände. Sinnvoll wäre eine gemischte Quartiersentwicklung von Wohnen und Gewerbe. Notwendig wäre auf jeden Fall eine grüne Fuß- und Radwegverbindung vom Hauptbahnhof zum Sportpark Wedau!“